Steckbrief

Prof. Dr. Hartmut (“Habu”) Wöhlbier – Professor of Interaction Design, CODE University of Applied Sciences, Berlin

STECKBRIEF

Studienfächer: Physik, Mediendesign
Wohnort: Heidelberg
Haustiere: keine
Hobbies: Fliegen
Lieblingsgericht: Käsebrot

1. Was macht Dich zu einem querdenkenden Macher?

Ich würde da keinen Unterschied machen – ich bin eher ein „Quermacher.“ Mir geht es immer darum, Neues auszuprobieren und umzusetzen. Da mache ich zwischen Wissenschaft und Unternehmertum keinen Unterschied. Ich habe nur furchtbar Probleme mit Konventionen und Regeln, die einen einengen. 

2. Welches ist bislang Dein erfolgreichstes Projekt und warum?

Das waren mit Sicherheit meine Kinder! 1999 wurden meine Frau und ich Eltern von Zwillingen.

Die ersten Jahre habe ich das Business komplett allein aus meinem Home-Office gemanaged,… 

Wenn es um die Arbeit geht, dann war der größte Coup die Plattform Motor-Talk.  Das war die erste Plattform, auf der sich Auto-Fans zu allen möglichen Themen austauschen und vernetzen konnten. Ich hatte das Projekt 2001 zunächst noch mit meinem Businesspartner in Hamburg gestartet und später selbst ausgebaut. Die ersten Jahre habe ich das Business komplett allein aus meinem Home-Office gemanaged, das ich hinter dem IKEA-Schrank im Wohnzimmer eingerichtet hatte. Davor turnten die Zwillinge herum und ich moderierte Motor-Talk User und schlug mich mit Anwälten von Automobilkonzernen herum, die damals noch Angst vor zu viel Austausch auf Seite der Kunden hatten. Man muss bedenken, das waren die Anfänge von Social Networking und Plattform Businesses. Aber es war eine wunderbare Zeit! Am Ende hatte Motor-Talk über 50 ehrenamtliche Moderatoren und eine Million Nutzer! Auch wenn es einen riesigen Spaß gemacht hat, so musste auch irgendwann etwas Neues kommen. Ich war parallel schon Professor an einer Hochschule geworden und entschied mit schließlich zum schrittweisen Verkauf des Unternehmens, das seit 2015 Ebay gehört.

3. Wer oder was hat Dich zu dem gemacht, der Du heute bist?

Meine Eltern – die haben mich sehr geprägt. Mein Vater war Unternehmer und hat sein Leben lang gearbeitet, jeden Tag. Er ist später auch viel gereist und hat uns mitgenommen. Ich kannte ihn nicht anders, er hat immer etwas gemacht. Auch meine Mutter war immer ein großes Vorbild. Es war nicht so, dass man alles durfte. Aber ich wurde so zum Machen erzogen, zum aktiven Gestalten.

4. Was bedeutet Dir Wissenschaft?

Nun, ich bin ja studierter Physiker und die Physik hat mich schon sehr geprägt. Daher ist meine Definition von Wissenschaft auch eher rigoros. Wissenschaft bedeutet für mich das Formulieren von Gesetzmäßigkeiten und das Testen dieser Hypothesen mittels der Mathematik. Daher würde ich mich heute, auch wenn ich Prof. bin, weniger als Wissenschaftler bezeichnen. Ich beobachte Leute und mit mache mir Gedanken – so würde ich das eher sagen! (lacht) Nun, natürlich ist es mir wichtig, wissenschaftliches Arbeiten weiter zu geben. Aber der Schwerpunkt meiner Projekte, besonders im MAD Lab in Mannheim, liegt auf dem Kreativen und der kollaborativen Arbeit mit Studenten. Ich habe auch mein eigenes Büro aufgegeben, da ich ohnehin nur im Lab bin, wo die ganze Zeit etwas los ist. Das ist heute für mich Arbeiten in der Hochschule.

5. Was möchtest Du anderen Wissenschaftler/innen auf den Weg geben?

Macht euer Ding! Kümmert euch nicht darum, was andere sagen. Probiert euch aus, träumt, setzt eure Ideen um.